Verstopfung

 

Viele Menschen haben Angst vor Verstopfung (Obstipation). So gehören Abführmittel (sog. Laxanzien) zu den am meisten missbrauchten Arzneimitteln. Sie werden zu früh, zu häufig und vor allem in zu hoher Dosis eingenommen; etliche führen bei längerem Gebrauch zur Gewöhnung. Weit verbreitet sind pflanzliche Abführmittel, die anthranoidhaltige Drogen enthalten. Auch ihre Verwendung sollte nicht kritiklos erfolgen.

Wichtig: Laxanzien, die durch ihren Gehalt an Anthranoiden wirken, sollten nicht länger als eine Woche eingenommen werden. Die eingenommene Dosis soll so gewählt werden, daß es nicht zu Durchfällen kommt. Zu den anthranoidhaltigen Pflanzen, die als Laxanzien eingesetzt werden, gehören zum Beispiel der Faulbaum, der amerikanische Faulbaum und der echte Kreuzdorn.

Ärztlicherseits werden Abführmittel, etwa Präperate aus Tinnevelley Senna, Rhabarber oder Aloe, auch vor diagnostischen und operativen Maßnahmen zur Darmentleerung verwendet. Bei Hämorrhoiden werden zur Erweichung des Stuhls ebenfalls häufig pflanzliche Präperate, etwa aus Rhizinus oder Weizen verordnet.

Abführmittel wie Leinsamen oder indische Flohsamen, die zusammen mit viel Flüsigkeit über ihr Quellvermögen im Darm wirken, führen nicht zur Gewöhnung und sind als harmlos anzusehen.

Vernünftig angewandt kann ein sinnvoll zusammengesetztes Abführmittel bei akuten Verstopfungsbeschwerden medizinisch nützlich sein. In jedem Fall sollten sie diesbezüglich den Rat ihres Apothekers in Anspruch nehmen.

 
 

Apothekergarten
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